Einbruchschutz

Einbruchdiebstähle in der Schweiz sind nach einem langjährigen Rückgang wieder deutlich im Steigen. Aktuelle Auswertungen der polizeilichen Kriminalstatistik zeigen, dass die Fallzahlen seit 2022 erneut zunehmen. Diese Entwicklung unterstreicht, dass Einbruchschutz weiterhin ein relevantes Thema bleibt und nicht unterschätzt werden darf.

Ein Grossteil der Einbrüche erfolgt nach wie vor über Fenster und Türen. Damit kommt dem baulich-mechanischen Schutz eine zentrale Bedeutung zu – insbesondere bei leicht zugänglichen Gebäudeöffnungen im Erdgeschoss oder in wenig einsehbaren Bereichen. Gerade hier ist das Fachwissen des Schreiners entscheidend, um wirksame und objektspezifische Lösungen umzusetzen.

Zudem zeigt die Praxis, dass Einbrüche häufig nicht nachts, sondern tagsüber stattfinden, wenn Gebäude unbewohnt sind. Neben der baulichen Situation spielen deshalb auch das Verhalten der Nutzer sowie organisatorische Aspekte eine wichtige Rolle.

Ein wirksamer Einbruchschutz basiert immer auf dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren:

  1. Verhalten der Nutzer (z. B. korrektes Abschliessen, Anwesenheit simulieren)
  2. Baulich-mechanische Massnahmen (z. B. einbruchhemmende Fenster und Türen)
  3. Elektrotechnische Massnahmen (z. B. Alarmanlagen, Beleuchtung)
     

Nur wenn diese drei Bereiche aufeinander abgestimmt sind, lässt sich das Risiko eines Einbruchs nachhaltig reduzieren.

Praxismerkblatt Einbruchschutz für den Schreiner

Das Praxismerkblatt «Einbruchschutz – Praxismerkblatt für den Schreiner» steht bewusst nicht im geschützten Mitgliederbereich, sondern frei als Download zur Verfügung. Damit leistet der VSSM einen aktiven Beitrag zu einem wirksamen Einbruchschutz. Es richtet sich in erster Linie an Fachpersonen im Schreinerhandwerk und dient als praxisorientierte Grundlage für die Planung und Umsetzung von einbruchhemmenden Massnahmen.

Das Merkblatt zeigt wirksame Lösungsansätze sowohl für neue Bauteile als auch für Nachrüstungen, die den Einbruchschutz gezielt erhöhen. Der VSSM empfiehlt dabei eine klare Differenzierung der baulich-mechanischen Massnahmen sowie eine entsprechend transparente Kommunikation gegenüber der Kundschaft:

Neue Bauteile
Für Objekte mit erhöhtem Sicherheitsbedarf sollten ausschliesslich geprüfte Bauteile mit einer Mindest-Einbruchschutzklasse von RC2 oder RC3 eingesetzt werden.

Nachrüstungen
Bestehende Bauteile sind vor einer Nachrüstung sorgfältig zu analysieren. Nicht jede Massnahme ist zielführend – so bringt beispielsweise der Einbau eines Mehrpunktverschlusses in eine Hohltüre keinen ausreichenden Sicherheitsgewinn.

Für die Weitergabe an Endkundinnen und Endkunden stehen ergänzend Informationsbroschüren des Vereins Sicheres Wohnen Schweiz (SWS) sowie der Schweizerischen Kriminalprävention (SKP) zur Verfügung:

«Gegen Einbruch kann man sich schützen»

«Riegel vor!»

«Einbruch was nun?»

Diese Unterlagen sind speziell auf die Bedürfnisse der Endkundschaft ausgerichtet und bieten verständliche Informationen rund um den Einbruchschutz.

Verein Sicheres Wohnen Schweiz

Die Fachverbände VSSM, FFF und VST arbeiten beim Einbruchschutz seit mehreren Jahren eng mit der Schweizerischen Kriminalprävention SKP, der Polizei und weiteren Wirtschaftsverbänden zusammen. Aus der Zusammenarbeit entstand Mitte 2018 der «Verein Sicheres Wohnen Schweiz». Der Verein versteht sich als Netzwerk von Einbruchschutzspezialisten. Dank diesem Verein sollen die polizeilichen und privaten Sicherheitsberater ihren Kunden eine Liste mit Anbietern von Einbruchschutzelementen und Nachrüstungen in ihrer Region abgeben können. Bedingungen, um auf diese Liste aufgenommen zu werden:

  • Mitgliedschaft im «Verein Sicheres Wohnen Schweiz».
  • Die Standesregeln SWS werden vollumfänglich akzeptiert.
  • Die Aufnahme im Verein ist nach positivem Entscheid des Vorstandes und Absolvierung der obligatorischen Basismodulausbildung (für Aktivmitglieder) vollzogen.
     

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